Team
Der "UR"-GRÜNDER
Zivilingenieur Bmstr. DI Hans Jörg Felkel
Die tatkräftige Unterstützung
Skorianz Liselotte Bsc.
Die Nachfolgerin
Ziviltechnikerin Bmstr. DI Ulrike Felkel
DI Hans Felkel (02.04.1941 - 23.09.2025)
Mein Vater und Firmengründer ist leider am 23.09.2025 verstorben. Wir vermissen ihn sehr. Eine kurze Beschreibung seiner Person für alle die ihn kannten:
Hans Felkel war ein hilfsbereiter Mensch – für Familie, Freundinnen und Freunde ein echter Fels in der Brandung. Und er war gesellig, manchmal vielleicht sogar ein wenig zu gesellig. Er handelte entschlossen und schnell – und besonders schnell war er weg, wenn es einmal Konflikte gab. Als genialer Techniker mit einer unerschütterlichen Liebe zum Detail brillierte er in seinem Fach, auch wenn er seine Arbeit oft mehr als Berufung denn als Geschäft verstand – Honorare stellte er mit wenig Freude aus. Vor allem aber war er ein guter Freund, Gefährte, liebevoller Vater und Großvater, voller Zuwendung – und mit einem Schalk im Nacken, der ihn bis zuletzt begleitet hat.
Hans hatte eine sehr glückliche Kindheit und Jugend – sowohl in der Wiener Wohnung in Penzing als auch im Haus in Maria Anzbach. Das war keine Selbstverständlichkeit: Er wuchs in Kriegszeiten auf, und sein Vater starb, als er sechzehn Jahre alt war. Sein Vater war streng gewesen, doch Mutter und Großmutter glichen das mit viel Wärme aus.
Gemeinsam mit dem Vater führten Urlaube auch ins Salzkammergut – besonders der Grundlsee prägte ihn und seine Liebe zu dieser Gegend blieb ein Leben lang erhalten. Aber vor allem in Anzbach verbrachte er unvergessliche Tage: im Garten, beim Fußballverein oder auf Streifzügen durch den Wald.
Im Garten baute er schließlich sein erstes eigenes Haus – ein Baumhaus, stabil und sorgfältig konstruiert. Das brachte den Vater auf die Idee, ihn in die HTL für Hochbau zu schicken. Viel lieber hätte er das Gymnasium Astgasse mit seinen vielen Sportanlagen besucht und später Medizin studiert, um Landarzt zu werden. Doch die finanzielle Lage der Familie erforderte es, dass er eine Berufsausbildung absolvierte. Aber auch in der HTL fand er bald enge Freunde, mit denen er viel unternahm – oft auch während der Unterrichtszeit. Gründlich wie er war, absolvierte er daher zur Sicherheit ein zusätzliches Ausbildungsjahr. Als Jahre später seine Tochter Ulli ebenfalls diese Schule besuchte, wurde sie mit den Worten begrüßt: ‚Um Gottes willen – dein Vater war auch schon hier!‘ Der Grund war schnell erklärt: Hans hatte bei einem Praxiseinsatz im Innenhof einer Schule Torten entdeckt – und kurzerhand gekostet. Dass es sich dabei ausgerechnet um Matura-Prüfungsstücke handelte, machte den Tag und Hans für seine Lehrer unvergesslich.
Nach der Schule begann er ein Bauingenieurstudium an der Technischen Universität Wien und arbeitete gleichzeitig im Statikbüro Stheno. Viele Freundschaften entstanden in dieser Zeit – im Büro, bei Bau-Projekten und nicht zuletzt bei gemeinsamen Urlauben.
Ein fester Bestandteil seiner Studienzeit war das „Signal“ in der Burggasse. Dort kam es auch zu Begegnungen mit der Pfarrjugend Neubau – diese Begegnung führte dann auch zu seiner ersten Vaterschaft, Ehe und Umzug in den 7. Bezirk. Seine älteste Tochter Barbara beschrieb er als Baby so zart, dass er sich nicht riskierte, ihr die Windeln zu wechseln. Auch als Tochter Ulli vier Jahre später zur Welt kam, setzte er auch sie keinem „Risiko“ aus.
Anfang der 80er-Jahre gründete er seine eigene Baufirma mit Planungsbüro – die Firma Felkel Bau. Der Sitz war in der Schwabstraße in Maria Anzbach, wo er auch selbst einige Jahre wohnte – umsorgt und verwöhnt von seiner von allen geliebten Mutter.
Die ersten Jahre waren durchaus abenteuerlich: Es gab kaum Werkzeug und Geräte, und sein Polier Erich meinte später einmal, er hätte damals nicht geglaubt, dass die Firma länger als ein halbes Jahr bestehen würde. Am Ende hielt sie bis Ende der 90er-Jahre.
Natürlich gab es auch lustige Episoden: Nach einer Gleichenfeier wurde nicht nur dem Polier, sondern gleich auch dem Chef der Führerschein abgenommen. In Anzbach sprach man bald scherzhaft von der führerscheinlosen Baufirma – Baustellen bitte nur in Fußnähe!
Nach dem Verkauf der Baufirma führte er seine Arbeit als selbstständiges Zivilingenieurbüro weiter.
Der Liebe wegen zog Hans nach Hofstatt. Am Herzen lag ihm auch immer seine Gemeinde. In Anzbach gibt es jedenfalls kaum ein altes Bauwerk, an dem er nicht mitgewirkt hätte, sei es planerisch oder ausführend: die Schönbeckmühle, das alte Amtshaus, das Gasthaus Zum goldenen Löwen – und besonders setzte er sich dafür ein, dass am Buchberg keine Betonwarte errichtet wurde.
Seine Büroordnung bestand aus Häufchen – jede Baustelle, jedes Projekt bekam einen eigenen Stapel, manchmal auch zwei oder drei. Für Mitarbeitende war es nicht immer leicht, sich da zurechtzufinden. Und wenn einmal etwas fehlte, war für ihn klar: Verlegt hatten es immer die anderen.
Als Mentor und Lehrer gab er sein Wissen gern weiter. Bei seiner Tochter Ulli allerdings konnte es schon vorkommen, dass er sich verzweifelt an den Kopf griff und ausrief: ‚Wie kann man das nicht wissen?!
Mitte der 90er-Jahre wurde er noch einmal glücklicher Vater – und konnte sich in dieser Rolle, auch als Stiefvater von Almuth, noch einmal beweisen. Das Windelwechseln riskierte er weiter nicht, aber für die Sicherheit seiner kleinen Tochter Minna zimmerte er eigenhändig einen Wickeltisch.
Wirtshäuser blieben für Hans wichtige soziale Orte. Um auch seinen Kinderbetreuungspflichten nachzukommen, lockte er seine jüngste Tochter mit Kuchen und Almdudler ins nächste Gasthaus. Und wenn der Tag besonders lustig war, dann durften es eben auch mal zwei Almdudler sein.
Als Großvater hatte er seinen Spaß: Bei Ferienaufenthalten gab er den Enkelkindern nur einen Auftrag mit: „Aber seid eh recht schlimm!“ – und im Urlaub hieß es dann regelmäßig: ‚Aber der Opa hat doch gesagt…‘.“
Und weil die Pension ganz ohne neue Aufgaben langweilig wäre, versuchte er sich noch einmal als Wirt. Bis zuletzt war seine ‚Bubenrunden‘, alle Männer über 60, ein fixer und wichtiger Bestandteil seiner Woche.
Seine kreative Ader lebte er im Schreiben von Gedichten und in witzigen Ansprachen aus. Dabei würzte mit Freude er seine Verse gern mit schwarzem Humor. Wer ihm begegnete, konnte sich sicher sein: Ein flotter Spruch von seiner spitzen Zunge war nie weit.
Priorität in Hans’ Leben war immer die Gemeinschaft. Am wohlsten fühlte er sich an einem runden Tisch voller Leute. Und genau so soll auch sein Abschied sein: umgeben von Menschen, die ihn geschätzt haben.
Danke, Papa. Danke, Hans, für all die schönen Stunden und all die Dinge, die du für uns getan hast.